Was kommt unter dem Schnee zum Vorschein?

Noch liegt in vielen Regionen des LW-Gebietes eine ungewöhn­lich dicke – sich aber schnell verringernde – Schneedecke. Mit größeren Auswinterungen ist eben wegen des Schnees bisher kaum zu rechnen; allerdings gab es Mitte Dezember doch einige Nächte mit bis zu -15 °C, als noch kein schützender Flockenteppich gefallen war. Und auch im Februar oder März können Wechselfröste durchaus noch Aus­fälle bei den jungen Kulturpflanzen verursachen.
Neben Wühl- oder Feldmausschäden im Grün­land und Auswinterungen können aber auch andere Probleme zu Tage treten, deren Lösung größtenteils schon im Herbst angestanden hatte: Unkräuter und Ungräser, die eventuell Frühjahrsnachbehandlungen erforderlich machen.
Ob diese den Einsatz der Pflan­zenschutzmittel im Herbst wegen einer Resistenzbildung oder nicht optimaler Anwendungs­bedingungen für die Herbizide überstanden haben, ist oft nicht eindeutig zu klären (oder nur mit großem Aufwand). Wichtig ist es, diese im Frühjahr schnell in den Griff zu bekommen, und zwar vorsorglich im Rahmen eines Resistenzmanagements.
Auch wenn die Mittelpalette jetzt nicht so umfangreich ist wie vor der Vegetationsruhe, können dennoch Mittel zum Einsatz kommen, die andere Wirkmechanismen aufweisen als die im Herbst applizierten. Empfehlungen hierzu finden Sie in unsrem Schwerpunkt Frühjahrsbestellung ab Seite 31.
Ein Faktor, der die Ausbreitung vor allem von Ungräsern begünstigt, ist der hohe Wintergetreide-Anteil in den Frucht­folgen. Nicht nur deshalb sollte immer auch der Anbau von Sommerungen wie zum Beispiel Körnerleguminosen überdacht werden. Näheres zum Anbau von Erbsen und Ackerbohnen, vor allem aber zum Pflanzenschutz in Körnerleguminosen ist ebenfalls im Schwerpunkt ab Seite 26 zu lesen.
Karsten Becker