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Pflegestützpunkte in der Kritik

 Krankheit und Pflegebedürftig­keit treffen Familien häufig unvor­be­reitet. Damit stehen sowohl An­­­gehörige als auch Betroffene vor neuen Herausforderungen. Anträge stellen, Gutachten abwarten, Pflegedienst, Pflegebett, Hebehilfen und sons­tige Hilfsmittel organisieren, das alles muss neben dem normalen Betriebs- und Fami­lienalltag laufen. Neben der eigent­lichen Pflege zehrt diese Mehrfachbelastung an den Nerven.
Mit der neuen Pflegereform wird Unterstützung versprochen: Durch die Einrichtung von Pflegestützpunkten soll Ratsuchenden bei allen Fragen rund um die Pflege geholfen werden. Dabei sollen kompetente Pflegeberater nicht nur beraten, sondern das gesamte Leistungsgeschehen für die Pflege­bedürftigen koordinieren. Dieses Konzept wird nicht von allen Seiten begrüßt. So wird beispielsweise kritisiert, dass die Einrichtung der Pflegestützpunk­te und die damit verbundenen vertraglichen Regelungen zwischen Kommunen, Pflegediensten, Kranken- und Pflegekassen für noch mehr Bürokratie sorgen und aufgrund von Doppelfunktionen finanzielle Mittel verschwen­det werden, statt direkt den Pflegebedürftigen zugute zu kommen. Zudem ist noch nicht absehbar, ob im ländlichen Raum ausreichend Pflegestützpunkte in erreichbarer Nähe errichtet werden, denn laut Vorhaben ist für jeweils 20 000 Einwohner nur ein Stützpunkt vorgesehen. Andererseits sind kompetente Berater, die alle Fragen und organi­satori­sche Abläufe rund um die Pflege bündeln, für betroffene Familien sehr begrüßenswert.
Doch egal wie die Unterstützung ausfallen wird, Fakt ist: Jeder kann einmal zum Pflegefall werden. Sich rechtzeitig mit dem Thema Pflege auseinanderzusetzen, ist daher hilfreich. Lesen Sie dazu unsere Beiträge im „Schwerpunkt Pflege“.
Stephanie Lehmkühler