Positive Wirkung auch bei Trockenheit im Herbst

Zwischenfruchtanbau auf leichten Böden

Der Anbau von Zwischenfrüchten bietet aus ackerbaulicher Sicht viele Vorteile. So kann insbesondere eine Winterbegrünung vor Sommerungen als Erosionsschutzmaßnahme dienen sowie den Humushaushalt, die Bodenstruktur und das Wasserhaltevermögen positiv beeinflussen. Durch das Konservieren von überschüssigem Stickstoff nach der Ernte und das Verhindern beziehungsweise zumindest das Vermindern der Stickstoffverlagerungen über die winterliche Sickerperiode gehört der Zwischenfruchtanbau vor Sommerungen auch zu einer der wichtigsten Grundwasserschutzmaßnahmen.

Aufgrund dieser Positivwirkungen kann der Zwischenfruchtanbau – bei entsprechenden Arten und Mischungsverhältnissen – auch im Rahmen der Agrarförderung mit dem Faktor 0,3 als Ökologische Vorrangfläche (ÖVF) anerkannt werden. Mit der Anerkennung verbunden ist auch der Verzicht auf mineralische Stickstoff-Düngung, auf die Anwendung von Klärschlamm sowie auf chemischen Pflanzenschutz zur ÖVF-Zwischenfrucht.

Die Ausbringung von organischen Wirtschaftsdüngern ist dagegen zu Zwischenfruchtmischungen mit einem Leguminosen-Anteil bis maximal 50 Prozent Samenanteil nach der aktuellen Düngeverordnung mit maximal 30 kg/ha Ammoniumstickstoff oder 60 kg/ha Gesamtstickstoff zulässig.

Vor allem auf leichten Böden wird die für Anerkennung als ÖVF nicht zulässige mineralische N-Düngung als Risiko für die Entwicklung ausreichend vitaler Zwischenfruchtbestände angesehen. Dadurch wird auch ein positiver Effekt des Zwischenfruchtanbaus auf die Folgekultur in Frage gestellt. Auf dem Versuchsfeld Rinkenbergerhof der LUFA Speyer wurde daher in den Anbaujahren 2015/2016 und 2016/2017 der Effekt verschiedener Zwischenfruchtmischungen auf den Ertrag und die Qualität der Folgekultur untersucht, in einem Jahr war auch der Effekt einer organischen Düngung mit Gärrest einer Biogasanlage Teil der Fragestellung.

Versuche zur Vorfruchtwirkung auf leichten Böden

Der Versuch wurde auf dem Versuchsfeld „Rinkenbergerhof“ der LUFA Speyer durchgeführt. Es wurden verschiedene Zwischenfruchtmischungen sowie eine Brachevariante ohne Zwischenfrucht verglichen (Tabelle 1). Der Boden des Versuchsstandortes ist eine Braunerde bis Pseudogley-Braunerde aus Terrassensanden des Rheins mit einer Ackerzahl im Bereich von 30 bis 35 und einem Humusgehalt von 1 bis 1,5 Prozent. Die nutzbare Feldkapazität beträgt etwa 10 Prozent und im langjährigen Mittel fallen knapp 600 mm Jahresniederschlag. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 10,0 °C.

Die Aussaat der Zwischenfrüchte erfolgte am 2. September 2015 beziehungsweise am 24. Augusten 2016 jeweils nach der Vorfrucht Winterroggen in dreifacher Wiederholung auf wechselndem Schlag. Bei den Versuchsvarianten handelte es sich um handelsübliche Saatgutmischungen sowie eine Eigenmischung. Die Höhe der Aussaatmenge entsprach den Vorgaben der Saatgutfirmen.

Dr. Martin Armbruster, Felix Anicker, Prof. Franz Wiesler, LUFA Speyer – LW 23/2018