Roggen-Erträge übertreffen die Erwartungen

Ergebnisse LSV Winterroggen 2024/2025

In den LSV werden jedes Jahr neue Sorten aufgenommen, während ältere Sorten, die mindestens drei Jahre lang geprüft wurden, ausscheiden. Der LSV Winterroggen wurde im Herbst 2024 mit zehn Roggensorten angelegt, darunter vier neue Stämme. Über die Ergebnisse berichtet Dr. Antje Herrmann, LLH, Fachinformation Pflanzenbau.

Züchterischer Fortschritt – auf etwas schwächeren Standorten weist Roggen laut neuen Untersuchungen oft ein höheres Ertragspotenzial als Weizen auf.

Foto: landpixel

Die Bedingungen zur Aussaat von Winterroggen waren nicht überall in Hessen optimal. Bei ungünstigen, feuchten Bodenverhältnissen konnte nicht immer eine optimale Saatgutablage gewährleistet werden. Überdurchschnittliche Temperaturen im Herbst begünstigten jedoch die Bestandesentwicklung.

Das Niederschlagsdefizit ab dem zeitigen Frühjahr ließ eine unterdurchschnittliche Roggenernte befürchten. Niederschläge Anfang Juni verhinderten jedoch vermutlich größere Ertragseinbußen. Zudem hat Roggen einen geringeren Wasserbedarf als andere Getreidearten und ein gut ausgebildetes Wurzelsystem.

Darüber hinaus war der Krankheitsdruck witterungsbedingt gering. Rost trat, wenn überhaupt, erst in späteren Stadien auf und hatte keinen Einfluss mehr auf den Ertrag. Rhynchosporium hatte vereinzelt eine Bedeutung, Mutterkorn war jedoch in einigen Beständen ein Thema.

Die unbeständige Wetterlage rund um die Ernte führte zu Ernteverzögerungen, was das Risiko von Auswuchs und dem Absinken der Fallzahl erhöhen kann. Anders als in einigen anderen Regionen Deutschlands stellen zu geringe Fallzahlen hier meist kein Problem dar. Nach dem enttäuschenden Vorjahr konnten die hessischen Roggenanbauer daher – abgesehen von leichten Standorten – wieder durchschnittliche bis gute Roggenerträge und -qualitäten erzielen.

 – LW 35/2025