Spätsaat und trockener Start minderten die Erträge

Landessortenversuche Öko-Soja 2025

Auch 2025 wurde der hessische Landessortenversuch zu Öko-Soja an der Versuchsstation „Weilburger Grenze“ der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführt. Im Anbaugebiet 3  „Lehmige Standorte West“ wird außerhalb Hessens nur ein weiterer Landessortenversuch (LSV) Öko-Soja durchgeführt, die Ergebnisse beider Versuche werden hier besprochen. Dieser LSV wurde von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen am Standort Köln Auweiler (KA) durchgeführt.

Unterschiedliche Abreifestufen im LSV Öko Soja an der Weilburger Grenze am 23. September 2025. Von links: Arnold (vollständig abgereift, 5.9., Reifeverzögerung 1,0), Axioma (späte Abreife, 10. Oktober, mit deutlicher Reifeverzögerung von 3,5), Tori (zum Teil noch grüne Hülsen, Abreife 10. Oktober, Reifeverzögerung 2,3).

Foto: Hamelehle

Die Anbaueignung für Soja wurde vom Julius Kühn Institut für die Standorte „Weilburger Grenze“ (WG) und „Köln Auweiler“ (KA) mit 12 (gut) eingestuft. Beide Standorte verfügen über fruchtbare Böden mit 65 (WG) beziehungsweise 70 (KA) Bodenpunkten und einem Humusgehalt von zirka 2 Prozent. Das Klima an der WG ist etwas kühler und trockener (8,9 °C Jahresdurchschnittstemperatur, 654 mm durchschnittlicher Niederschlag) als in KA (9,5 °C, 750 mm). Die Nährstoffversorgung an der WG war hoch (Kalium) bis sehr hoch (Phosphor, Magnesium) in KA niedrig (Phosphor) bis hoch (Magnesium).

Eigenschaften der Versuchsstandorte

Der LSV an der WG wird in der Gießener Lahn-Aue auf einer fruchtbaren Auengley-Vega mit der Bodenart „schluffiger Ton“ durchgeführt. In KA liegt der Versuch auf einer Parabraunerde mit der Bodenart „sandiger Lehm“. Als Vorfrucht hatten beide Versuche Mais sowie die Zwischenfrucht Grünroggen. Der Nmin-Wert an der WG lag am 14. April 2025 bei 45 kg N/ha. Der Grünroggen wurde an der WG kurz vor der Soja Aussaat geschnitten und abgefahren.

Der Zwischenfruchtanbau und ddie Abfuhr der oberirdischen Biomasse kann den Nmin-Gehalt zur Sojaaussaat senken. Dies begünstigt bei fachgerechter Impfung eine frühe und reichliche Knöllchenbildung. Durch die Knöllchen wird nicht nur Stickstoff dem Acker zugeführt, sie sichern auch den Ertrag und ausreichende Rohproteingehalte.

Dr. Andreas Hammelehle, Julian Ingenbleek, LLH – LW 9/2026