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„Stalleffekt“ sorgt für gesündere Bauernhofkinder

Wer heutzutage nicht von einer Allergie betroffen ist, kann sich glücklich schätzen, denn schließlich leiden unter den Erwachsenen 40 Prozent ein- oder mehrmals im Laufe ihres Lebens an einer allergischen Erkrankung. Bei Kindern zählen Allergien sogar zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Tendenz der Fälle steigend. Aufgrund dieser Fakten sprechen Allergologen von einem Allergie­epidemie-Jahrhundert. Vor 30 Jahren litten nur zehn Prozent der Bevölkerung an Überempfindlichkeitsreaktionen.

Umso erfreulicher, dass Kinder von Bauernhöfen, die häufig im Kuhstall und in der Scheune spielen, weniger unter Heuschnupfen und Asthma leiden. Diesen positiven „Bauernhof- oder auch Stalleffekt“ belegt ein weiteres Mal eine aktuelle Studie. Inzwischen wurden sogar die dafür verantwortlichen „guten“ Keime ausfindig gemacht – ein Meilenstein für die Wissenschaftler auf dem Weg, passende Impfstoffe gegen die Allergien zu entwickeln. Bis diese jedoch auf dem Markt sind, werden noch Jahre vergehen.

Grundsätzlich haben sich die Therapiemöglichkeiten bei Allergien verbessert, die Lebensqualität von Betroffenen kann jedoch trotzdem stark eingeschränkt sein. Daher spielt die Allergievorbeugung eine ganz entscheidende Rolle für den Gesundheitszustand von Jung und Alt. Insbesondere die Primärprävention, die bereits vor dem Auftreten einer Allergie wirksam wird, sollte man ernst nehmen. Empfehlungen sind zum Beispiel das Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten und eine rauchfreie Umgebung bereits in der Schwangerschaft. Bekannt ist zudem, dass übertriebene Hygienemaßnahmen für die Immunabwehr nicht gerade förderlich sind. Für diese Hygiene-Hypothese spricht auch der „richtige“ Schmutz im Stall. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in Hof & Familie auf Seite V.

Stephanie Lehmkühler