TS-Schwankungen am Siloanschnitt hoch
Witterung spielt eine Rolle – negative Auswirkungen auf die TMR
Totale Mischrationen (TMR) und das dazugehörige Fütterungsmanagement zählen zu den zentralen Erfolgsfaktoren moderner Milchviehhaltung. Ziel ist eine präzise, leistungs- und tiergerechte sowie möglichst konstante Rationszusammensetzung. Was heterogenes Grobfutter für die Qualität totaler Mischrationen bedeutet und wie sich Rationsschwankungen durch Witterungseinflüsse auf die Kühe auswirken, wurde in einer Masterarbeit an der Hochschule Osnabrück im Fachgebiet Tierernährung untersucht. Steffen Einhaus, Lukas Runnebaum und Prof. Heiner Westendarp berichten über die Ergebnisse.
Ein Großteil der Fütterung basiert auf hofeigenen Grobfuttermitteln wie Gras- und Maissilagen, die oft über 60 Prozent der Gesamtration ausmachen. Diese unterliegen jedoch erheblichen Schwankungen. Einerseits erschwert die Probenahme eine verlässliche Analyse, weil durch Probenahmefehler Abweichungen von bis zu 25 Prozent möglich sind. Andererseits variiert der Feuchtigkeitsgehalt stark, beeinflusst durch ungleichmäßige Siloverteilung, Witterung oder Fütterungspraxis. Computermodelle zur Rationsgestaltung setzen häufig eine Übereinstimmung zwischen berechneten und tatsächlich aufgenommenen Nährstoffmengen voraus. In der Praxis weichen verfütterte Rationen jedoch oft um mehr als 5 Prozent ab, hauptsächlich aufgrund variierender Trockenmassegehalte. Solche Schwankungen können Milchleistung, Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen und durch Sicherheitszuschläge zu erhöhten Nährstoffeinträgen in die Umwelt führen. Vor diesem Hintergrund wurden an der Hochschule Osnabrück praxisnahe Versuchsreihen im Rahmen des EIP-Projektes Next Mix Sensorgestützte Echtzeitfütterung von Wiederkäuern durchgeführt. Ziel der zugehörigen Masterarbeit war es, den Einfluss von heterogenem Grobfutter auf die Qualität totaler Mischrationen sowie die Auswirkungen von Rationsschwankungen durch Witterungseinflüsse auf das Milchvieh zu quantifizieren.
Für die ersten Untersuchungen wurden an mehreren Punkten der Siloanschnittsfläche 20 cm tiefe Bohrungen in Mais- und Grassilagen vorgenommen. Anschließend wurde der Trockensubstanzgehalt bestimmt, um die Heterogenität innerhalb des Silostockes zu erfassen. Zwischen der dreitägigen Erfassung trat zeitweise Niederschlag auf, dessen potenzieller Einfluss auf den Feuchtigkeitsgehalt der Silagen mit untersucht wurde.
– LW 29/2026