Die Abdeckung musste frühzeitig entfernt werden

Ergebnisse des Landessortenversuchs sehr frühe Speisekartoffeln

Im Rahmen der Landessortenversuche zu sehr frühen Speisekartoffeln wurden 2019 insgesamt zwölf Sorten in einer 1-faktoriellen Blockanlage 3-fach wiederholt unter Abdeckung (Vlies) getestet. Die Ergebnisse stellt Manfred Mohr vom DLR Rheinhessen-Nahe Hunsrück in Neustadt/Weinstraße vor.

Mit dem „Elektroherb“ wurde am 6. Juni eine elektrische Krautregulierung vorgenommen.
Foto: Mohr

Die geprüften Sorten werden in Tabelle 1 vorgestellt. Das durchschnittliche Pflanzgutgewicht lag bei 73 g. Über dem Mittel lag die Hälfte der geprüften Sorten. Mehrjährig zeigten sich bei Glorietta (80 g), Anuschka (86 g), Corinna (84 g) und Solist (90 g) überdurchschnittliche Gewichte. Sehr niedrige Werte konnten bei Annabelle (41 g) und Ranomi (47 g) gewogen werden.

Die Auspflanzung am Standort Limburgerhof erfolgte bereits am 22. Februar bei anschließend frühlingshaften Lufttemperaturen. Durch Bodenfrost und angepasste Fruchtfolge konnte eine positive Bodenstruktur vorgefunden werden. Zur Krautminderung bei der zweiten Rodung wurde erstmals ein vier-reihiges elektrisches Verfahren eingesetzt.

Die Mai-Witterung verhinderte historisch frühen Erntebeginn

Die sehr überdurchschnittliche Anzahl an Sonnenstunden ab dem Pflanztermin bis Ende April ließen eine durchgehend Entwicklung der Kartoffeln zu. Die geringe Zahl an Frosttagen in dieser Phase unterstützten diese Entwicklung. Besonders der Monat März lag mit Temperaturen von +2,2 °C über dem langjährigen Mittel. Ab dem 18. April folgte für sieben Tage die Kombination aus Tageshöchstwerten über 20 °C und zahlreiche Sonnenstunden. Insgesamt lag der April mit +0,7 °C leicht über dem langjährigen Mittel.

Im Mai folgten dann ununterbrochen 18 kalte bis sehr kalte Nächte, in denen die Temperaturen bis nahe an den Gefrierpunkt sanken. Dementsprechend war der Mai mit -1,6 °C der erste Monat seit März 2018 (-1,0 °C), welcher keinen Anstieg der Durchschnittstemperatur verzeichnete. Somit wurde ein historisch früher Erntebeginn verhindert. Die Monate Juni und Juli hingegen setzten den Trend der Zunahme der durchschnittlichen Temperatur mit +3,1 °C beziehungsweise 1,6 °C fort.

Wie schon im Jahr 2018 gab es bei der Niederschlagsmenge starke Abweichungen vom langjährigen Mittel. So lagen diese von Januar bis Juli durchgehend darunter. In der Spitze bis zu 68 Prozent. Diese negative Wasserbilanz führte auch dazu, dass bereits am 18. April, also vor der 7-tägigen Hitzeperiode, die Abdeckung frühzeitig entfernt werden musste.

Die wenigen Regentage ließen der Phytophthora nur wenig Spielraum zur Entfaltung. Der Schwächeparasit Alternaria alternata trat bereits Anfang Mai bei zwei Sorten auf. Erstmals ertragsrelevant konnte bei der neuen Sorte Lea diese Blattkrankheit bonitiert werden.

 – LW 39/2019