Milchviehhaltung ist wichtiger Wirtschaftszweig in Nordhessen

Bundestagsabgeordneter Siebert im Frankenberger Land

Auf Einladung des Kreisbauernverbands Frankenberg hat Bundestagsabgeordneter Bernd Siebert aus Fritzlar den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Löwer in Gemünden-Herbelhausen besucht. Dort informierte sich Siebert über die Entwicklung eines typischen Familienbetriebs in der Frankenberger Region. Weiterhin ging es um den Stellenwert der Milchviehbetriebe, insbesondere in Nordhessen.

Im Betrieb der Familie Löwer werden 150 Milchkühe mit einer Herdenleistung im Schnitt von 10 500 kg je Kuh gehalten. Bewirtschaftet werden 125 ha Grün- und Ackerland. Die Milchviehherde wird in drei Boxenlaufställen gehalten. Moderne Melktechnik mit zwei Melk­robotern sind im Einsatz.

Landwirtschaft hat hohen Stellenwert in der Region

Betriebsleiter Reinhard Löwer informierte darüber, dass er gemeinsam mit Ehefrau Claudia und seinem Sohn Marcel den Milchviehbetrieb bewirtschaftet. Der Ort Herbelhausen hat sieben landwirtschaftliche Betriebe, davon wirtschaften fünf im Vollerwerb. Der Stadtteil von Gemünden an der Wohra liegt am Kellerwald.

Heinrich Heidel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Frankenberg und Geschäftsführer Matthias Eckel, berichteten, dass die Milcherzeugung der wichtigste Produktionszweig der Landwirtschaft im Frankenberger Land sei. Daher seien die nordhessischen Landwirte durch die schwierige Lage am Milchmarkt in den Jahren 2015 und 2016 großen Belastungen ausgesetzt gewesen. Die Lage habe sich etwas gebessert. Der Milchpreis ist etwas angestiegen, es hat eine gewisse Marktbereinigung durch den Rückgang der Menge stattgefunden. Die Umsetzung zweier Hilfspakete der Europäischen Union sowie nationaler Maßnahmen hat ebenfalls die sehr schwierige Situation der der Milcherzeuger leicht gemildert. Seit dem Jahr 2015 seien finanzielle Hilfen in Höhe von circa 581 Mio. Euro geleistet worden, teilte Siebert mit. Die Vertreter des Kreisbauern­verbandes führten einen regen Meinungsaustausch mit dem Politiker und informierten darüber, dass derzeit ein Milch­preis von etwa 0,33 Euro pro kg gezahlt werde. Vor einem Jahr habe dieser bei lediglich 0,23 Euro/kg gelegen.

Siebert freute sich über das Engagement wie das der Familie Lö­wer und sagte: „Die Landwirt­schaft trägt erheblich zur Wert­schöpfung, zur Sicherung der Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln und zur Lebensqualität der ländlichen Räume bei. Auch stellen Landwirte im ländlichen Raum wertvolle und moderne Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung. Besonders wichtig ist, dass faire Marktpreise den Erzeugern ein auskömmliches Einkommen ermöglichen.

kbv-fkb – LW 32/2017