Die Anbaufläche ist wieder gesunken

Landessortenversuche Hafer 2018

Nachdem es letztes Jahr mit gut 5000 ha einen leichten Anstieg im Haferanbau gab, fiel die Anbaufläche 2018 in Rheinland-Pfalz auf 4400 ha. Dies macht deutlich, dass Hafer immer mehr als Spezialkultur zu betrachten ist. Im Jahr 2000 wurde noch eine Anbaufläche von fast 12 000 ha ausgewiesen. Die Erträge lagen in der Praxis in den letzten Jahren meist deutlich unter 50 dt/ha. Ursache ist vermutlich auch, dass Hafer in der Praxis kaum auf besseren Böden steht. Über die Ergebnisse in den Landessortenversuchen berichten Dr. Herbert von Francken-Welz und Marko Goetz vom DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach.

2018 war auf den ersten Blick, wie das Jahr 2017, mit seiner Trockenperiode ab dem Frühjahr für den Hafer nicht optimal. Wenn man sich jedoch die Praxiserträge anschaut, lagen diese über denen der letzten beiden Jahre.
Foto: Dr. Herrmann, LLH

Sommerhafer wird hierzulande in erster Linie zu Futterzwecken angebaut, also hauptsächlich für die Pferdehaltung oder für den eigenen Betrieb zur Aufwertung des Kraftfutters. Andere Verwertungsrichtungen wie etwa für die Nahrungsmittelindustrie haben kaum Bedeutung, trotz deutschlandweit reger Nachfrage nach Qualitätsschälhafer.

Landessortenversuche nur noch ohne Fungizidbehandlung

2018 war auf den ersten Blick, wie das Jahr 2017, mit seiner Trockenperiode ab dem Frühjahr für den Hafer nicht optimal. Wenn man sich jedoch die Praxiserträge anschaut, lagen diese über denen der letzten beiden Jahre. Der Hafer konnte sich durch die hohen Temperaturen im April und Mai in Verbindung mit ausreichend Wasservorräten im Boden gut etablieren.

Hafer besitzt ein sehr leistungsfähiges, weit verzweigtes Wurzelsystem mit dem er Wasser auch aus tieferen Bodenschichten erschließen kann. Auch im Versuchswesen konnten gute bis sehr gute Erträge erzielt werden.

Gute bis sehr gute Erträge in Versuch und Praxis

Auf den sechs Standorten in Brecht/Eifel, Nomborn/Westerwald (Rheinland-Pfalz), Döggingen, Krauchenwies, Tailfingen (Baden-Württemberg) und Eiselau (Hessen) wurden im Jahr 2018 neun Sommerhafersorten geprüft. Da in vielen Versuchen der vergangenen Jahre die Erträge der Stufe 2 kaum über denen der Stufe 1 lagen, wurden ab diesem Jahr die Versuche in Absprache mit den Bundesländern Hessen, Baden-Württemberg und Bayern nur noch in Stufe 1 angelegt und auf eine Fungizidbehandlung verzichtet. Dies trägt auch den sinkenden Kapazitäten im Sortenversuchswesen Rechnung.

 – LW 4/2019