Der Rp-Gehalt bestimmt nicht mehr die Qualitätsstufe

Landessortenversuche Winterweizen in Rheinland-Pfalz 2019

Das Fazit der Weizenernte 2019 fällt vorwiegend positiv aus. Das Jahr war geprägt von einem nicht einfachen Start, Niederschläge im Winter und einer kühleren Phase im April sowie extremer Trockenheit und tropischen Temperaturen Anfang Juni. Dr. Herbert von Francken-Welz und Marko Goetz vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach berichten über die Erfahrungen und Ergebnisse aus den Landessortenversuchen in Rheinland-Pfalz.

Zur Ernte 2019 wurden in Rheinland-Pfalz sechs Landessortenversuche zu Winterweizen angelegt.
Foto: Dr. Herrmann

Betrachtet man die Anbauflächen, behauptet der Winterweizen seine Vormachtstellung unter den Ackerbaukulturen. In diesem Jahr wird der Anbau auf etwa 104 700 ha geschätzt nach 106 600 ha im Vorjahr. Damit liegt der Anteil bei etwa 26 Prozent der rheinland-pfälzischen Ackerfläche. Trotz des weiteren leichten Rückgangs bleibt Win­terweizen mit großem Abstand die bedeutendste Ackerfrucht im Land vor der Gerste (WG 42 700 ha, SG 38 500 ha) und dem Raps mit 36 600 ha.

Der hohe Anteil an Winterungen – und hier vor allem der Winterweizen – bringt zwangsläufig Fruchtfolge- und Resistenzprobleme mit sich, die zunehmend schwerer zu bewältigen sind und durch den Wegfall weiterer Pflanzenschutzmittel noch verstärkt werden.

Winterweizen wuchs unter schwierigen Bedingungen heran

Der diesjährige Winterweizen ist unter schwierigen Bedingungen herangewachsen. Die extreme Trockenheit im Herbst 2018 behinderte die Aussaat des Winterweizens und sorge zum Teil für einen späten Feldaufgang. Milde Wintermonate mit Temperaturen über dem vieljährigen Mittel und ergiebige Niederschläge ab Mitte November bis Dezember ließen die Bestände über Winter weiter wachsen und förderten die Bestockung. Das zum Teil extreme Niederschlagsdefizit aus dem Jahr 2018 konnte durch die Niederschläge in den Wintermonaten jedoch nicht ausgeglichen werden, so dass der Bodenwasserspeicher im vergangenen Winter nicht vollständig aufgefüllt wurde.

Der warme Februar mit überdurchschnittlichen Temperaturen sorgte für einen zügigen Wachstumsbeginn und führte zu einem größeren Vegetationsvorsprung. Kalte Phasen im April und vor allen Dingen der kalte Mai bremsten Wachstum, aber auch Krankheiten.

Dann kam Ende Juni die extreme Hitze mit Temperaturen teilweise über 40 Grad. Die Bestände auf den Feldern reiften rasant ab. Trotzdem fiel die Ernte insgesamt leicht überdurchschnittlich aus mit regionalen Unterschieden, welche auf die ungleiche Verteilung der teils unwetterartigen Niederschläge zurückzuführen sind. Der Kornertrag liegt laut Angaben des Statistischen Landesamtes mit rund 75 dt/ha drei Prozent höher als der sechsjährige Durchschnitt.

 – LW 38/2019