Einfach und effektiv: die doppelte Ballengabel

2. Preis für Carsten Schimmelpfennig

Die Tüftlerarbeit von Carsten Schimmelpfennig besticht durch ihre Einfachheit und Effektivität: Er hat eine Ballengabel für den Frontlader mit einem doppelten Satz an Zinken gebaut und kann damit kurz hintereinander zwei Heuballen aufnehmen und gleichzeitig transportieren. Für diese Arbeit erhält der Nebenerwerbslandwirt aus Heringen an der Werra in Nordhessen den 2. Preis, der mit 1 000 Euro dotiert ist.

Carsten Schimmelpfennig bewirtschaftet mit seiner Familie einen Grünland- und Ackerbaubetrieb und züchtet Charolais-Rinder.
Foto: Mohr

„Die Ladezeiten für die Ballen werden dadurch enorm reduziert“, sagt Schimmelpfennig. Die Ballengabel hat der 45-Jährige im Sommer letzten Jahres gebaut. „In der vergangenen Saison haben wir bereits 700 Ballen mit einem Durchmesser von 1,76 Metern verladen. Durch die Aufnahme von zwei Ballen und das anschließende Ablegen auf den Transportanhänger werden Zeit und Kraftstoff eingespart, und durch weniger Überfahrten erreicht man eine geringere Bodenverdichtung“, erläutert Schimmelpfennig. Die Gabeln stehen im rechten Winkel zueinander. Sie werden jeweils mit dem Frontlader waagerecht zur Aufnahme der Ballen ausgerichtet.

Bei Fahrten im öffentlichen Straßenverkehr werden die nach oben stehenden Gabelspitzen abgebaut und können akkurat in das Vierkantprofilrohr versenkt werden. Damit ist sichergestellt, dass auch bei angehobenem Frontlader zum Beispiel Straßenbeleuchtungen nicht erreicht werden. Die Ballengabel wird in der Doppelausführung ausschließlich zum Sammeln und Laden der Rundballen im Feld und auf der Wiese genutzt. Die Sicht wird kaum eingeschränkt, da der obere Ballen bei angehobenem Frontlader teilweise aus dem Sichtfeld verschwindet und unterhalb des unteren Ballen die Sicht freigegeben wird. Die Ballengabel ist außerdem mit Rollen ausgestattet, so dass sie leicht in der Maschinenhalle rangiert werden kann.

Zum Laden der Ballen setzt Schimmelpfennig einen 120-PS-Schlepper ein. Die Hinterreifen sind mit je 400 Liter Flüssigkeit gefüllt. Somit ist die Standsicherheit des Schleppers sichergestellt, nicht nur beim Transport der Ballen, sondern auch für alle anderen Arbeiten auf den zum Teil extremen Hanglagen, erläutert der Landwirt.

Der Rahmen am Frontlader ist mit zwei Zinkenpaaren ausgestattet, mit denen man zwei Ballen aufnehmen und wiederum nacheinander auf dem Anhänger absetzen kann.Foto: privat

Schimmelpfennig betreibt mit seiner Familie, seiner Frau und drei Kindern, einen Grünland- und Ackerbaubetrieb und hält rund 30 Mutterkühe der Rasse Charolais. Er bewirtschaftet den Betrieb nach ökologischen Richtlinien. Auf dem Acker baut er Weizen, Dinkel, Triticale, Klee und andere Leguminosen an. Hauptberuflich arbeitet der Maschinenbautechniker bei K+S in der Planung und Konstruktion von Förderorganen über Tage.

Für seine Tüftlerarbeit hat er zunächst eine Zeichnung mit einem CAD-Programm angefertigt. „Das erleichtert und beschleunigt das Zusammenbauen sehr“, sagt Schimmelpfennig. In seinem Betrieb, in dem ihm sein 72-jähriger Vater hilft, hat er schon einige Geräte zur Arbeitserleichterung gebaut. So zum Beispiel ein Ausgleichgewicht, das er per Hydraulik bedient und das den Traktor in den vielen Hanglagen ausbalanciert und sicherer macht. Außerdem hat er einen Hubwagen für den Transport von Rindern umgebaut.

CM – LW 9/2016