Grünland wird bei P und K oft vernachlässigt

Langjährige Trends der Grundnährstoffversorgung

Die Versorgung des Bodens mit Grundnährstoffen spiegelt die langjährige Bewirtschaftung, das heißt den Nährstoffentzug mit den Ernteprodukten und die Nährstoffzufuhr mit Düngern wider. Zusätzlich werden die verfügbaren Nährstoffgehalte im Boden durch deren Nachlieferung aus dem Bodenvorrat beeinflusst. Dabei erfuhr die Düngung mit Grundnährstoffen in den letzten Jahrzehnten eine sehr wechselhafte Aufmerksamkeit durch die Landwirtschaft.

Bis in die 1980er Jahre hinein wurden viele Böden über das notwendige Maß hinaus mit Nährstoffen angereichert. In den 1990er Jahren setzte dann in vielen Ackerbauregionen eine Trendumkehr ein. Aufgrund von Empfehlungen durch die Beratung, aber auch aus wirtschaftlichen Zwängen, wurde in vielen Betrieben die Phosphat- und Kaliumdüngung sehr stark eingeschränkt. Insbesondere aus den Ackerbauregionen Niedersachsens und Ostdeutschlands liegen seither einige Berichte vor, die vor langjährig negativen Nährstoffbilanzen warnen, die zwangsläufig zu einem Absinken der Nährstoffgehalte im Boden und mittelfristig zu einer Beeinträchtigung von Ertrag und Qualität der Ernteprodukte führen.

Umgekehrt findet vor allem in den tierintensiven Regionen immer noch eine Anreicherung des Bodens mit Grundnährstoffen weit über das pflanzenbauliche Erfordernis hinaus statt, was zu Umweltbeeinträchtigungen durch Phosphateinträge in die Oberflächengewässer führen kann. Entsprechende Anreicherungen erfolgten auch in Weinbergsböden, die aufgrund des geringen Nährstoffentzugs mit den Trauben nur langfristig rückgängig gemacht werden können.

VDLUFA empfiehlt Gehaltsklasse C

Der Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) beschäftigt sich schon lange mit der Frage, welche Nährstoffgehalte im Boden angestrebt werden sollten, um optimale Erträge und Qualitäten und möglichst geringe Umweltbeeinträchtigungen zu erzielen. Dazu hat er ein Schema mit fünf Gehaltsklassen (GK) entwickelt.

Je nach Bodenuntersuchungsergebnis wird der Boden in die GK C (anzustrebender Gehalt), die GK A beziehungsweise B (sehr niedriger beziehungsweise niedriger Gehalt) oder in die GK D beziehungsweise E (hoher beziehungsweise sehr hoher Gehalt) eingestuft. Die Gehaltsklassen werden durch obere und untere „Richtwerte“ voneinander abgegrenzt.

Prof. Dr. Franz Wiesler, Dr. Martin Armbruster, Max Prigge, LUFA Speyer  – LW 24/2019