Ökologischer Pflanzenbau – das ganze System im Blick

Öko-Feldtage bieten Fach-Informationen aus erster Hand

Öko-Praktiker benötigen ganz spezifisches Wissen – zu Sortenwahl und Frucht- folgegestaltung, Bodengesundheit und Nährstoffversorgung, Unkrautmanagement und Ertragsstabilität. Dr. Thorsten Haase vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) stellt die pflanzenbaulichen Herausforderungen ökologisch wirtschaftender Betriebe vor und gibt Tipps, was die Besucherinnen und Besucher sich zu den einzelnen Fachthemen auf den zweiten bundesweiten Öko-Feldtagen 2019 anschauen können. Die Feldtage finden am 3. und 4. Juli auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen statt. Einen Schwerpunkt bildet auch 2019 wieder der ökologische Acker- und Pflanzenbau.

Die Besucher der Öko-Feldtage an der Staatsdomäne Frankenhausen haben Gelegenheit, sich Beispielfruchtfolgen ganz praktisch im Feld anzuschauen.
Foto: Uni Kassel

Eine passende Fruchtfolge ist der Schlüssel zum Erfolg im Öko-Ackerbau. Wer überjähriges, besser noch zweijähriges Klee- oder Luzernegras mit Schnittnutzung in die Fruchtfolge einbaut, kann mit einem weitestgehend unkrautfreien Acker in den Folgejahren rechnen. Das gilt sowohl für einjährige als auch für mehrjährige Unkräuter.

Dabei beruht die positive Wirkung der Leguminosen nicht nur auf deren direkter, unkrautunterdrückender Wirkung: Klee- und Luzernegras hinterlassen Stickstoff im Boden, der die Konkurrenzkraft der folgenden Hauptfrucht gegenüber Unkräutern fördert. Damit (legume) Zwischenfrüchte eine unkrautunterdrückende Wirkung entfalten können, müssen sie mit ebenso großer Sorgfalt angelegt werden wie die Hauptfrucht.

Ausgewogenes Verhältnis von Sommer- und Winterungen

Nicht jeder (Öko-) Betrieb hat allerdings die Möglichkeit, Klee- oder Luzernegras zu nutzen. Dies gilt vor allem, wenn das Betriebseinkommen durch den Anbau von Marktfrüchten erwirtschaftet wird. Deckungsbeitragsstarke Kulturen sind häufig Sommerungen. Durch ihren wiederholten Anbau erhöht sich das Risiko der Selektion einer einseitigen Unkrautflora. Dies ist einer der Gründe dafür, dass die Gefahr einer starken Verunkrautung in viehschwachen und viehlosen Betriebssystemen besonders groß ist. Ein ausgewogenes Verhältnis von Sommerungen und Winterungen sollte daher bei der Planung der Fruchtfolge unbedingt berücksichtigt werden.

Eine weitere goldene Fruchtfolge­regel, vor allem auf problematischen Ackerflächen, ist der Wechsel von unkrauttoleranten oder -unterdrückenden Kulturen mit dem Anbau unkraut­empfindlicher Kulturen. Die Besucherinnen und Besucher der Öko-Feldtage haben Gelegenheit, sich Beispielfruchtfolgen ganz praktisch im Feld anzuschauen. Erfahrene Beraterinnen und Berater des LLH, weiterer Länderdienststellen sowie der Öko-Anbauverbände helfen Interessierten bei der Planung standortangepasster und praxisbewährter Fruchtfolgen.

 – LW 22/2019