Fungizidresistenzen fallen (nicht) vom Himmel

Gezielte Resistenzvermeidungsstrategien anwenden

Für den Erhalt der Wirksamkeit der zur Verfügung stehenden Fungizide ist ein durchdachtes Resistenzmanagement notwendig. Dies beinhaltet gezielte und extensive Anwendungen. Denn unsachgemäße Fungizidanwendungen fördern die Fungizidresistenz und erreichen nicht die optimale Wirkungsintensität. Uwe Preiß vom DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück erklärt, worauf zu achten ist.

Zur Bekämpfung von pilzlichen Schaderregern in landwirtschaftlichen Kulturen stehen immer weniger Fungizide zur Verfügung. Verfügbare Mittel zeigen zudem nicht immer die erwartete Wirkung. Dies kann zum Teil auf Resistenzbildung bei den zu bekämpfenden Pilzen zurückgeführt werden. Einzelne Mittel oder sogar Wirkstoffgruppen können den Pathogenen dann nichts mehr entgegensetzen.

Was ist Resistenz?

Um die Resistenz bei Fungiziden zu verstehen, ist es notwendig, die Fungizide und ihre Wirkweise zu kennen; ebenso ist es wichtig, über die Pathogene sowie die Resistenzbildung Bescheid zu wissen.

Feldpopulationen von Mehltau oder Rosten sind nicht generell gleich. Ei-

ne Population eines Erregers enthält eine Vielzahl verschiedener „Individuen“ mit unterschiedlichen Eigenschaften. Diese entstehen am häufigsten durch Mutationen (Veränderungen im Erbgut).

Dieser Prozess läuft ständig ab und es treten andauernd neue Eigenschaften hervor. Individuen mit gleichen Eigenschaften innerhalb einer Population werden in Rassen oder Pathotypen gruppiert. Dieses Wissen wird bei der Sortenzüchtung genutzt und es werden beispielsweise Sortenresistenzen gegen die vorherrschenden Rassen gezüchtet.

Dabei unterteilt man die Resistenz bei der Sortenzüchtung in „Qualitative Resistenz“ – das heißt, vorherrschende Erreger am Prüfstandort können die Sorte nicht befallen. Bei der „Quantitativen Resistenz“ hingegen werden die Sorten nur geringfügig von den vorherrschenden Pilzrassen befallen, besitzen aber eine generelle Widerstandskraft gegen den Erreger.

 – LW 45/2018