Die Wälder sind anfälliger geworden

Endlich hat es am vergangenen Wochenende nach zwei trockenen Monaten wieder einmal geregnet. Niemand möchte erneut solch ausgeprägte Dürrezeiten wie in den Jahren 2018 bis 2020 erleben. Damals hat sich die Welt der Waldbesitzer verändert: Ganze Bergrücken verloren ihre Fichtenbestände durch die Borkenkäferkalamität. Die Schadholzmengen überschritten die im Forsteinrichtungswerk festgelegten Hiebsätze und viele Waldbesitzer verloren auf Jahre und Jahrzehnte einen wichtigen Teil ihrer Einnahmequelle. Und es blieb nicht bei der Fichte, schon bald war zu sehen: Buchen, Kiefern und etwas verzögert starben auch Teile der Eichenkronen.

Eine monatelange Trockenheit führt zu geschwächten Bäumen, die dann anfälliger werden für Pilze und Schädlinge. Glücklicherweise waren die zwei vergangenen Jahre zur Vegetationszeit mit hohen Niederschlägen gesegnet, sodass sich insgesamt eine Erholung mit geringen Schadholzmengen einstellt.

Es kommt auf die Niederschlagsverteilung, den Standort, die Exposition und die Bodenart an, ob eine Baumart noch zurechtkommt oder nicht. Es gibt kaum eine Hauptbaumart, die keine Probleme aufweist.

Während in Rheinland-Pfalz bei den Buchen vitalere Kronen zu verzeichnen sind, werden im mittleren Hessen weiterhin bestandsbedrohende Absterbeerscheinungen aufgrund der Buchen-Vitalitätsschwäche beobachtet.

Die hohen Niederschläge im Sommer begünstigen Pilze an Douglasie, Eiche, Buche, Tanne, Esche und Ahorn. Sie steigerten jedoch die Abwehrkräfte der Nadelhölzer gegen die rindenbrütenden Borkenkäfer und der Eichen gegen den rindenbrütenden Eichenprachtkäfer.

Waldbesitzer lernen aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre: So ist es ratsam, die eigenen Bestände von Nadelhölzern und nun auch der Eichen alle paar Wochen zu kontrollieren, um rechtzeitig Sanitärhiebe durchzuführen und so die Verbreitung der Rindenbrüter bei erneuter Trockenheit oder Sturm zu verhindern.

Denn es ist nicht abschließend geklärt, ob der Eichenprachtkäfer ein Bakterium überträgt, das zum Akuten Eichensterben führt. Dieses tritt seit 2024 zunehmend in Deutschland auf.

Elke Setzepfand – LW 20/2026