Jetzt werden die Schäden sichtbar
Dieser Sommer hat mit Hitze und Trockenheit viele landwirtschaftliche Kulturen an den Rand ihrer Wirtschaftlichkeit gebracht. Mit den Veröffentlichungen der Landessortenversuche (LSV) zu den verschiedenen Ackerfrüchten wird jetzt die Witterungssituation mit einem noch recht feuchten Winter und immer trockener werdendem Jahresverlauf deutlich abgebildet.
So hatten Kulturen, die relativ früh – vor der anhaltenden Trockenheit – abreiften, noch von der Winterfeuchte profitieren und gute Erträge bringen können. Zum Landessortenversuch Wintergerste titelte die Pfälzer Bauer-Ausgabe im LW 32: „Futtergerste punktet bei Trockenheit und Sommerhitze“.
Aber schon im Woche 33 vermeldete der Hessenbauer zum Landessortenversuch Winterraps: „Schwieriges Anbaujahr für Hessens Betriebe“. In der aktuellen Ausgabe zeigen die Ergebnisse zu Triticale und Winterroggen, dass tendenziell Mindererträge eingefahren wurden.
Aber es werden auch regionale Unterschiede deutlich: Während das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Rheinland-Pfalz bei den Landessortenversuchen zu Roggen 6 Prozent unter dem Fünfjahresmittel feststellt, vermeldet der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen bei seinen Roggen-Versuchen „gute Erträge trotz Sommertrockenheit“. Bei Triticale kehrt sich
die Situation um, und Hessen erntet bei den LSV nur schwache Kornerträge, während der LSV in Rheinland-Pfalz ein gutes durchschnittliches Niveau erreicht.
Insgesamt wird über alle Getreidearten hinweg aber ein sehr schwaches Ergebnis von 7 Prozent unter dem Vorjahr eingefahren, was angesichts der anhaltend niedrigen Erzeugerpreise und hohen Kosten für Betriebsmittel den Ackerbaubetrieben an die Substanz geht. Bei Tierhaltern sieht es durch ausgefallene Schnitte im Grünland und durch den stark trockenheitsgeschädigten Mais hinsichtlich der Futterversorgung nicht besser aus.
Der aktuelle Wetterumschwung dürfte an dieser Situation auch nichts mehr ändern.
Karsten Becker – LW 34/2026
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