Spargelanbaufläche deutlich gesunken
Am traditionellen Saisonende am Johannistag, dem 24. Juni, fällt die Bilanz der Spargelsaison 2026 insgesamt bei Pfalzmarkt und dem Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer positiv aus.
Zum Saisonstart Mitte März standen die Erzeuger in der Pfalz und in Südhessen zunächst vor wetterbedingten Herausforderungen: Kalte Nächte bremsten das Wachstum der Spargelbestände immer wieder aus und sorgten dafür, dass die Saison nur langsam an Dynamik gewann. Mit den hohen Temperaturen zu und nach Pfingsten nahm die Produktion Fahrt auf.
Angebot und Nachfrage waren über weite Strecken der Saison gut in Einklang zu bringen. Einen wichtigen Beitrag dazu leisteten die zahlreichen Feiertage im Mai. Sie sorgten für eine stabile Nachfrage und halfen dabei, auch größere Erntemengen erfolgreich zu vermarkten. Der Trend, Spargel besonders an Wochenenden und Feiertagen zu kaufen, setzte sich in diesem Jahr fort.
Die Erzeuger- und Verbraucherpreise bewegten sich überwiegend auf dem Niveau des Vorjahres. In einzelnen Vermarktungsphasen konnten leicht höhere Preise erzielt werden.
Die wirtschaftlichen Herausforderungen für die Betriebe bleiben. Vor allem der Mindestlohn belastet die heimischen
Erzeuger sowie steigende Energie- und Betriebsmittelkosten aufgrund der Kriege. Jeder Betrieb steht vor der Aufgabe, diese steigenden Aufwendungen zu bewältigen.
Die Folge: Der Strukturwandel im Spargelanbau setzt sich fort. Bundesweit wie auch regional werden Anbauflächen reduziert oder Betriebe geben die Spargelproduktion auf. Gleichzeitig investieren größere Betriebe verstärkt in moderne Technik und Automatisierung, um unabhängiger von Lohnkosten zu werden und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Laut Destatis hat die Anbaufläche von Spargel in Deutschland bereits in den Jahren von 2018 bis 2025 um 6 000 ha abgenommen auf 22 500 ha. Ein Drittel, vor allem kleinere Anbauer, hat aufgegeben. Damit reduziert sich das heimische Angebot des Edelgemüses deutlich und die Selbstversorgung nimmt auch hier weiter ab.
Elke Setzepfand – LW 26/2026
.