Ohne Wasser geht gar nichts
Klimamodelle und langjährige Messreihen besagen für Deutschland alle das Gleiche: Ein deutlicher Rückgang der Grundwasserneubildung steht einem weiter steigenden Wasserbedarf – vor allem in der Landwirtschaft – gegenüber. Wasser ist also ein kostbares und knapper werdendes Gut, dessentwegen vermehrt auch Nutzungskonflikte zwischen Städten, Landwirtschaft und Industrie zu erwarten sind.
Langfristig kann durch das Abschmelzen der Alpengletscher auch die Entnahme von OberÂflächenwasser aus dem Rhein schwieriger werden, denn in heißen, trockenen Sommern beträgt der Schmelzwasseranteil im Mittelrhein immerhin rund 20 Prozent. Ein weiteres Problem sind die zunehmenden Starkniederschlagsereignisse, deren Wassermengen oft ungenutzt oberflächlich abfließen.
Welche Handlungsoptionen ergeben sich nun aus dieser Gemengelage? In erster Linie ist ein sparsamer Umgang mit der Ressource Wasser einzufordern. In den meisten Bundesländern (nicht in Hessen) wird ein sogenannter Wassercent erhoben, der alle Nutzer zum Wassersparen motivieren soll. Für die Landwirtschaft ist das allerdings oft keine Option, weil das gleichbedeutend mit erheblichen Mindererträgen sein kann. Und die Kosten für die Betriebe sind eh schon an der Schmerzgrenze. Innovative Bewässerungstechniken kommen hier vermehrt zum Einsatz, um das verfügbare Wasser effektiv zu nutzen.
Eine weitere Maßnahme, auf die angespannte Situation zu reagieren, ist, Niederschläge effektiv in der Landschaft zu halten. Sie müssen so gut wie möglich aufgefangen und versickert werden, um sie als Brauchwasser zu nutzen oder dem Grundwasser zuführen zu können. Ein interessantes Verfahren ist hier zum Beispiel der Wasserrückhalt im Wald, was Hochwasserspitzen abmildert und die Neubildung von Grundwasser fördert; auch der Wald selbst profitiert davon.
Ein wichtiges Instrument für landwirtschaftliche Betriebe sind Beregnungsverbände. Sie gewährleisten eine rechtlich abgesicherte Wasserversorgung, reduzieren Kosten und dienen der Interessenvertretung der landwirtschaftlichen Wassernutzer.
Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Schwerpunkt Bewässerung ab Seite 20.
Karsten Becker – LW 13/2026
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