Beutegreifer verursachen hohe Geflügelverluste
So schön es auch aussieht, wenn Greifvögel am Himmel ihre Kreise ziehen: Für Betriebe mit Freiland-Legehennen sind sie eine große Herausforderung, denn die wirtschaftlichen Verluste sind hoch. Bei einer Befragung in mehreren Bundesländern gaben Betriebsleiter an, dass ihre Tierverluste im Mittel bei 6 Prozent liegen. Das entspricht bei den insgesamt in Deutschland 18 Mio. Legehennen in Auslaufhaltung 1 Mio. durch Beutegreifer geschlagene Hennen.
Wer sind die größten Verursacher? Auf Platz 1 liegt bei den Luftbeutegreifern der Habicht, gefolgt vom Mäusebussard. Beide sind natur- beziehungsweise artenschutzrechtlich streng geschützt. Es ist verboten, die Tiere zu töten, zu fangen oder ihnen nachzustellen. Lediglich passive Maßnahmen dürfen ergriffen werden. Praktiker probieren viel aus, um ihre Herden vor Greifvögeln zu schützen. Einige Betriebe haben mit Ziegen, Alpakas oder Eseln als Begleittiere gute Erfahrungen gemacht. Diese bewegen sich im Auslauf, was die Vögel abschreckt. Auch Herdenschutzhunde werden eingesetzt, diese verbellen die Greifvögel. In kleineren Haltungen sind über den Auslauf gespannte Netze eine Möglichkeit. Bei Mobilställen kann teilweise ein Standortwechsel helfen. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile und es gibt vieles zu beachten, vor allem die Begleittiere verursachen Zusatzarbeit und -kosten.
Auch Landbeutegreifer erlegen viele Hennen, hier sind es in erster Linie Fuchs und Marder. Die wirksamste Maßnahme gegen diese Gesellen ist ein funktionierender Elektrozaun. Dieser muss immer unter Spannung stehen – auch wenn keine Hennen im Auslauf sind – damit der Beutegreifer den Zaun als unangenehme Erfahrung erlebt, die gemieden werden sollte.
Ein sehr informatives Praxishandbuch zum Schutz vor Beutegreifern in der Geflügelhaltung hat der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen erstellt. Vom wirksamen Zaun über die Haltung von Begleittieren, dem Erkennen verschiedener Greifvögel bis zum Excel-Tool zur Berechnung von VerÂlusten gibt es viele Informationen. Den Link zum Herunterladen finden Sie in unserem Beitrag ab Seite 28, in dem über ein Seminar zum Umgang mit Beutegreifern berichtet wird.
Marion Adams – LW 14/2026
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