Erfreuliche Preise am Holzmarkt

Waldbesitzer können derzeit fröhlich sein. Vor allem Waldbesitzer, die Nadelstammholz verkaufen können. Das Leitsortiment Fichte 2b, das bedeutet mit einem Durchmesser von 25 bis 29 cm, wird in BC-Mischqualität für Rekordpreise von über 140 Euro/fm vermarktet. Und da es nicht mehr in allen Regionen Fichten gibt, werden die anderen Nadelhölzer ebenso gerne von den heimischen Sägewerken angenommen.

Douglasie und Lärche erreichen Preise über 150 Euro/fm, und selbst die Kiefer wird für 110 Euro/fm angenommen. Auch Laubholz wie Buche, BC-Qualität, 4. Stärkeklasse, kostet 120 bis 130 Euro/fm, und vor allem Holz von weniger guter Qualität aus Durchforstungen lässt sich zu guten Preisen vermarkten. Das Nadelindustrieholz erzielt Preise zwischen 36 und 38 Euro/Raummeter. Unter diesen Bedingung lässt sich Geld verdienen, und so ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den eigenen Wald fit für die Zukunft zu machen:

Es gilt nun, Durchforstungen durchzuführen oder auch Fichten zu roden auf Standorten, die zu Trockenheit neigen oder die anfällig für Windwurf sind. So kann der Waldbesitzer das Risiko vor dem nächsten Sturm und der nächsten Dürre minimieren und seinen Wald langsam zu einem stabilen Mischwald umbauen. Auch Kiefern können nun auf dem Markt platziert werden, wobei es sinnvoll ist, jegliche Aktionen im Vorfeld mit den Holzvermarktungsorganisationen vor Ort abzubesprechen. Sie schätzen die Situation am besten ein.

Diese Höchstpreise am Holzmarkt haben jedoch einen großen Nachteil: Kleinere und mittlere Sägewerke im Laub- und Nadelholzbereich können mit solchen Preisen nicht mithalten, und entlang der ganzen Wertschöpfungskette wird von Insolvenzen berichtet. So trifft es neben den Sägern auch Parketthersteller, Zellstoffwerke und Möbelhersteller.

Einzelne Holzvermarkter warnen bereits, dass die Geschäftspartner, die nun insolvent sind, in Zukunft schmerzlich fehlen werden, wenn es um die Diversifizierung am Holzmarkt geht. Wenn bundesweit nur noch einige große Sägewerke bleiben, werden sie alsbald den Abnahmepreis diktieren. Dann ist den Waldbesitzern langfristig nicht geholfen.

Elke Setzepfand – LW 10/2026