Die Fruchtfolge mit Mais auflockern?

Körnermais wird aktuell immer öfter als alternative Sommerung genannt, welche die Fruchtfolge auflockern und zum Beispiel bei der Reduzierung des Ackerfuchsschwanz-Besatzes helfen kann – und das bei guten Deckungsbeiträgen. Außerdem verbleiben große Mengen an Ernteresten auf der Fläche, was dem Humusaufbau zugutekommt. Für die Ausweitung des Anbaus spricht vor allem der fortschreitende Klimawandel und die Züchtung neuer frühabreifender Sorten, denn entscheidend für den erfolgreichen Anbau ist die gesicherte Abreife der Körner. Trocknungskosten können allerdings die Wirtschaftlichkeit schmälern. Momentan konzentriert sich der Anbau von Körnermais in der EU laut Deutschem Mais-komitee vor allem auf Rumänien, Frankreich, Polen, Ungarn und Bulgarien, weil dort die passenden klimatischen Bedingungen gegeben sind und ein aufnehmender Markt vorhanden ist. In Deutschland besteht also noch Wachstumspotenzial, sowohl was den Anbauumfang betrifft als auch beim Aufbau von Vermarktungswegen.

 Der Absatz in die Futtermittelindustrie als stärke- und energiereiches Kraftfuttermittel ist in Form von Druschmais, Corn-Cob-Mix (CCM) oder Liesch- kolbenschrot (LKS) etabliert. Allerdings sinkt mit den rückläufigen Tierbebeständen in Deutschland auch der Bedarfan Futtermitteln; Körnermais kann aber auch in die Nahrungsmittelindustrie abgegeben werden und als Grieß und Mehl die steigende Nachfrage nach pflanzlich basierten Lebensmitteln bedienen. Grundsätzlich steht also einer Anbauausweitung bei Körnermais nichts im Wege. Indes hat der in vielen Regionen sehr trockene Sommer gezeigt, dass auch beim Körnermais die Bestände nicht in den Himmel wachsen – oft konnte wegen der geringen Einkörnung nur noch gehäckselt werden. Welche Chancen und Herausforderungen beim Anbau von Körnermais bestehen, lesen Sie in dieser Ausgabe ab Seite 12.

Karsten Becker – LW 43/2026