Leitungsbau: Sorgen der Landwirte ernst nehmen

Der Bau von Erdleitungen führt bei Flächeneigentümern und -bewirtschaftern meist zu Unbehagen und Ärger. Insbesondere der massive Eingriff in den Boden macht ihnen Sorgen – vor allem die fachgerechte Durchführung der Bauarbeiten sowie Widerherstellung und Rekultivierung der Flächen. Denn das Risiko durch die Baumaßnahme einen irreversibel geschädigten Boden zu haben, besteht. Immer wieder berichten Landwirte von Baufirmen, die trotz der Vorgaben zur bodenschonenden Arbeit aus Zeit- und Kostengründen auf Maßnahmen zum Schutz des Bodens verzichten oder zu nasse Böden befahren – ein vermeidbares Ärgernis mit teuren Folgen.

Inzwischen sind strenge Vorgaben zum Bodenschutz für die Ausführung der Bauarbeiten Teil der Planfeststellungsverfahren. Insbesondere die bodenkundliche Baubegleitung soll das sicherstellen. Der Vorhabenträger erstellt im Rahmen der Planung ein Bodenschutzkonzept und die bodenkundliche Baubegleitung kontrolliert dessen Einhaltung. Doch sie darf den Bau nicht einfach stoppen und ist auch nicht dauerhaft vor Ort. Ein schnelles Eingreifen wird somit bei Fehlern seitens der beauftragten Baudienstleister erschwert. Eigene Kontrollen auf der Baustelle sind, nach Absprache mit der Bauleitung, deshalb empfehlenswert.

Die Kritik seitens der Landwirtschaft wird von den Leitungsbaufirmen grundsätzlich ernst genommen. Dennoch kommt es stark auf die praktische Umsetzung an. Gelingt es, die Betriebe vor Ort frühzeitig in den Planungsprozess einzubinden und kontinuierlich über Bauabschnitte zu informieren, können dauerhafte Schäden am Boden vermieden werden. Wichtig ist eine fortschrittliche Bautechnik, bodenkundliche Expertise und eine konsequente Berücksichtigung der entsprechenden Standards bereits bei der Auswahl der ausführenden Firmen. Entscheidend ist schlussendlich eine ausreichende Entschädigung der Flächeneigentümer und Bewirtschafter für Wertverlust, Ernteausfall und Mehraufwendungen.

Hintergrundwissen zur Schadensminimierung beim Leitungsbau und der Rolle der Baubegleitung liefert der Beitrag über das Leitungsbausymposium ab S. 38.

Annika Schön – LW 23/2026