Wasser ist ein knappes Gut

Alle hoffen auf Regen – auf möglichst gleichmäßig vom Himmel fallenden Landregen, der nicht abfließt, sondern langsam in den Boden einzieht. Doch davon gab es in diesem Jahr vielerorts viel zu wenig. Von März bis Ende Juli fielen in großen Teilen Rheinhessens, der Pfalz und auch Südhessens höchstens 150 l/m² Niederschlag. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes entspricht das lediglich 35 bis 50 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge.

Hinzu kamen eine hohe Sonneneinstrahlung und ausgeprägte Hitzephasen. Die Folge: eine hohe Verdunstung und in vielen Regionen deutlich sinkende Grundwasserstände. Für die natürliche Vegetation bedeutet diese Kombination aus Trockenheit und Hitze erheblichen Stress. Manche Pflanzen können ihm nicht standhalten.

Bei Nutzpflanzen wie dem Gemüse bietet die Bewässerung eine Möglichkeit, Trockenphasen zu überwinden. Doch auch diese kommt an ihre Grenzen. Wenn kein Wasser vorhanden ist, kann auch keines verteilt werden. Daher ist spätestens nach diesem Sommer klar, dass es zukünftig wichtiger denn je sein wird, Wasser zu speichern, wenn es vorhanden ist. Lesen Sie dazu den Bericht von einem Betrieb in der Pfalz (S. 30 und 31).

Wie die Niederländer mit dieser Problematik umgehen, das zeigen die Beiträge auf den Seiten 31 bis 36 des Bewässerungsschwerpunktes. Dort ist die gesteuerte Drainage eine viel praktizierte Lösung. Allerdings geht dies nur bei geringem Gefälle der Drainage, bei gut gepflegten Drainagen und bei genügend Wasser. Denn man nutzt die Rohre, die zur Entwässerung angelegt wurden, für die Bewässerung, indem man Wasser unterirdisch auf die Felder bringt. Ein sehr preisgünstiges und effizientes System.

Für das hügeligere Deutschland sind viel weitreichendere Überlegungen notwendig. Es gilt den ganzen Landschaftswasserhaushalt eines Einzugsgebietes anzuschauen. Wo kommt das Wasser her? Wofür und wo wird dieses gebraucht? Wie kann die Grundwasserneubildung gefördert werden? Damit Wasser da ist, wenn es gebraucht wird. In der Pfalz gibt es da einzelne Projekte. Es sollte zum Standard werden, dass dem Wasserrückhalt in der Landschaft wieder mehr Raum gegeben wird.

Elke Setzepfand – LW 35/2026